Tag des offenen Denkmals - Eine ungewöhnliche Geschichte von List, Macht und Raffinesse

Zur Eröffnung des Hildegardweges präsentierte die Gruppe Filia am 10.09.2017 auf unserem Burggelände „Das Leben der Hildegard von Bingen“. Die vier Darstellerinnen traten in Kostümen auf, die nach Recherchen zum Habit der Benediktinnerinnen aus Hunsrücker Bauernleinen geschneidert und eingefärbt sind, und berichteten über Hildegards Leben. In mitreißenden Spielszenen konnten unsere Gäste (ca. 60 Personen) spannende Geschichten über deren einzigartigen Lebensgeschichte verfolgen. Das Theaterstück bot einen Einblick  in unsere Heimatgeschichte aus der Hunsrück- und Naheregion. Auf anschauliche Weise wurde der Weg der Visionärin, Klostergründerin und Komponistin in unruhigen Zeiten spielerisch dargeboten.  Bemerkenswert war während der Aufführung die Stille in unserem Publikum. Ein Beleg dafür, dass dieses zeithistorische Stück  von den vier Darstellerinnen (alle zertifizierte Gästeführerinnen) vorbildlich in Szene gesetzt und aufgenommen wurde.
Als besondere Gäste konnten wir unsere neue Landrätin Bettina Dickes sowie den ersten Beigeordneten der Verbandsgemeinde Rüdesheim Michael Schaller begrüßen, der trotz erheblichen Einschränkungen den Weg zu uns gefunden hat.  
Schon vor 12.00 Uhr kamen Besucher zum Bergfried. Auch während der Vorführung haben wir unsere Besucher über die Geschichte der Grafen von Sponheim informiert. Rechtzeitig zu diesem Anlass war der Bergfried mit unseren neuen Fahnen geflaggt und das Infoschild am Eingang der Burg erneuert. Das Kuchen- und Tortenbuffet, Kaffee und andere Getränke fanden reichlich Zuspruch. Unser Dank an alle Helfer, die diesen Nachmittag zu einem Erfolg gemacht haben.

Zwei gut besuchte Führungen über das Burggelände

Am Samstag, 19. August 2017, konnten wir bei freundlichem Wetter gleich zwei größere Besuchergruppen nacheinander zu Führungen am Bergfried begrüßen: Kurz vor 14 Uhr eine  Gruppe des Hunsrücker Geschichtsvereins (etwa 40 Personen), eine Stunde später dann noch einmal 20 Mitglieder der Rupertsberger Hildegardgesellschaft.
Um die Besucher kümmerten sich Otto Stroh und Hans Walla.
Sachkundige, interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer! Sie sahen als erste die zwei neuen, großformatigen Wappen (Vordere und Hintere Grafschaft Sponheim) im Burgturm, die unser Verein dort angebracht hat. Das arg ramponierte Schild am Eingang zum Bergfried wird demnächst ersetzt; am 10. September („Tag des offenen Denkmals“)  zur Eröffnung des Hildegardwegs sollte es fertig sein. Auf dem Burggelände wird ab 15 Uhr die Gruppe Filia Szenen aus dem Leben der Hildegard von Bingen aufführen.

Wir sind zuversichtlich, dass der Hildegardweg verstärkt interessierte Menschen auf die Stammburg der Grafen von Sponheim und in die Klosterkirche führen wird und freuen uns auf weitere Besuchergruppen.

Burgkonzert – auch 2017 eine erfolgreiche Veranstaltung

Nach dem turbulenten schottisch-irischen Abend im letzten Jahr ging es beim diesjährigen Burgkonzert am 24. Juni etwas verhaltener zu: Das Blasorchester Staudernheim war auf dem Gelände der Burg Sponheim mit seinem Programm „BOS goes Summertime – Love is in the Air“ zu Gast, mit dem es nachher seine Sommertournee an anderen Orten bestritt.

 

Ob unsere zahlreichen Besucher und Besucherinnen empfunden haben, dass „die Luft vor großen Emotionen knistert“ wie angekündigt, weiß der Berichterstatter nicht. Zum „Sound des Sommers 2017“ in Burgsponheim hat das Orchester mit dem professionell dargebotenen Programm beigetragen. Manche hätten sich Fetzigeres oder Krachenderes gewünscht, einige störte der Geräuschpegel durch Gespräche an den Tischen, aber auch das ist bei einem „Open-Air-Konzert“ in Ordnung und gehört dazu.

 

Otto Stroh als Vorsitzender des Burgfreunde-Vereins und die Ortsbürgermeisterin Simone Bopp-Schmid begrüßten die Teilnehmer kurz und knackig, ab 20 Uhr gab es Musik und  Unterhaltung.

 

Essen und Trinken war – wie in der Vergangenheit – ausgezeichnet, als Neuheit gab es „Wildburger“, die großen Anklang fanden. Wie schön, dass auch das Wetter passte: nicht zu heiß, nicht zu kalt, vor allem trocken. Dank gebührt dem Verein Pro Burgsponheim, ohne dessen tatkräftige Mitwirkung der Freundeskreis der Burg Sponheim diese Veranstaltung logistisch und organisatorisch nicht bewältigen könnte.

 


"Zu den Wurzeln" – Besuch einer Wandergruppe aus München

Klaus Walla (Jahrgang 1943) kommt aus Burgsponheim, dort hat er die ersten Schuljahre erlebt, bevor die Familie Anfang der 1950-er Jahre nach Bayern übersiedelte. Klaus blieb in Bayern, während seine Eltern nach dem Rentenantritt des Vaters Adolf zurück in die Heimat der Mutter gezogen sind. Als Kind und Jugendlicher war Klaus in den Sommerferien oft bei der Oma, später hat er dort regelmäßig die Eltern besucht, manche Burgsponheimer kennen ihn – jetzt hat der „eingefleischte Bayer“ der alten Heimat Reverenz erwiesen: im Zuge einer dreitägigen Fahrt seiner Wandergruppe der Universität der Bundeswehr München an die Nahe stand am 20. Juli ein Besuch in Burgsponheim auf dem Programm.

Nach Begrüßung durch Otto Stroh und den „kleinen Bruder“ Hans, der mittlerweile im Elternhaus wohnt, spazierte die Gruppe (12 Menschen und ein Hund) durch Burgsponheim zur Burg, wo sie allerlei über das Sponheimer Grafengeschlecht, die Geschichte des Ortes und die Aktivitäten des „Freundeskreises der Burg Sponheim“ erfuhren. Nach Besteigung des Bergfrieds, Genießen der Aussicht und Eintrag ins Gästebuch ging es zum Mittagessen in den „Erbacher Hof“. Der geplanten Spaziergang nach Sponheim fiel wegen großer Hitze aus, stattdessen fuhr man mit Autos zur Führung durch die Klosterkirche, die Nico Gäns gewohnt locker und engagiert machte, mit dem besonderen „Schmankerl“ – wie man in Bayern sagt – des Live-Vortrags gregorianischer Neumen. (Ein Teilnehmer wusste gleich, dass Nico das „Pater Noster“ gesungen hat.)

Die Besucher aus Bayern waren beeindruckt von den zwei so nahe bei einander liegenden historischen und kulturellen Kostbarkeiten Bergfried und Klosterkirche. Sie bedankten sich für die herzliche Aufnahme und die Betreuung durch drei Vorstandsmitglieder mit einer großzügigen Spende für den Burgfreunde-Verein und behalten die Heimat ihres Wanderfreundes hoffentlich in guter Erinnerung.

 

 

Besuch auf Schloss Sayn bei den Verwandten der Grafen von Sponheim

 

Das Reiseziel unserer Jahresfahrt 2017 hieß Bendorf-Sayn; der „Freundeskreis der Burg Sponheim“ war vor Jahren  bereits zweimal dort. Auch der „Schmetterlingsgarten“ ist ein bekanntes und beliebtes Ausflugsziel, so dass unser Vereinsvorsitzender Otto Stroh, als er für die Fahrt warb, ab und zu hörte: „Ach, das kenne ich, da war ich schon“. – „Gewiss, aber bist du vom Fürsten begrüßt worden?“

 Mag sein, dass diese Frage zusätzliche Motivation gab: jedenfalls war der Bus mit 49 Personen komplett ausgebucht, der am Sonntag, 11. Juni um kurz vor 8 Uhr in Burgsponheim los fuhr, zur Abwechslung diesmal bei sonnigem Sommerwetter. Nachdem weitere Teilnehmer in Sponheim und am Parkplatz vor der Auffahrt Waldlaubersheim zur A61 zugestiegen waren, ging es zum ersten Reiseziel, Maria Ruh gegenüber der Loreley, wo es um 9 Uhr eine „Kaffeepause mit Aussicht“ gab. Ute Rennette hatte wie in den vergangenen Jahren mit Unterstützung anderer Vereinsmitglieder ein reichhaltiges, erstklassiges Frühstück vorbereitet. Mit vollem Munde singt sich’s weder gern noch gut; auch ohne dass „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten…“ erklang, war das opulente Frühstück eine gute Grundlage für das weitere Programm.

 Pünktlich um 11:30 trafen wir vor Schloss Sayn in Bendorf ein, und tatsächlich begrüßte uns Fürst Alexander, der nicht versäumte, auf die Sponheimer Wurzeln seiner Familie hinzuweisen. („Ich bin ein Sponheimer“ wird vermutlich nie so bekannt werden wie das auf unsere Hauptstadt bezogene Zitat eines ehemaligen US-Präsidenten.) Die große Gruppe wurde aufgeteilt, eine kurzweilige Führung durchs Schloss mit Erläuterungen über die Geschichte des Hauses, die fürstliche Familie und die Einrichtungsgegenstände schloss sich an. Wegen Veranstaltungen im Schloss ging es teils ungewöhnliche Wege, oft treppauf-treppab-treppauf. Einige Teilnehmer, nicht ganz so gut zu Fuß, wussten es zu schätzen, dass sie sich auf Sesseln ausruhen konnten und nicht weg gescheucht wurden (vielleicht kein Wunder bei einem Schloss, das für öffentliche und private Veranstaltungen vermietet wird, trotzdem nicht selbstverständlich).

 Anschließend: Pause, zwei Stunden Zeit zur freien Verfügung bzw. zum Besuch der oben erwähnten touristischen Attraktionen. Die meisten zogen es vor, sich im Café zu stärken. Einige besuchten die „Heins Mühle“ gegenüber vom Burgcafé Kleudgen; ein Mühlen-Museum in einer Mühle aus dem 16. Jahrhundert, wo ehrenamtliche Mitarbeiter anschaulich zeigen und erklären, wie solche Mühlen funktioniert haben (sie war in ihrer wechselvollen Geschichte Getreide-, Öl-, und sogar Tabakmühle). Das war ein – nicht im Programm geplanter – Zuschlag zur Mühlenwanderung im Ellerbachtal am Pfingstmontag und könnte vielleicht Ansporn sein, Ackvas Mühle in Weinsheim in dieser Richtung zu einem touristischen Anziehungspunkt zu entwickeln.

 Um 14:45 hieß es wieder Kultur und Geschichte, vor allem: Erkennen und Lernen, wie ähnlich die Abteikirche in Sayn und die Klosterkirche in Sponheim in Anlage und Bau sind, obwohl sie auf den ersten Blick ganz anders aussehen. Dietrich Schabow vom Freundeskreis der Abtei Sayn führte uns über eine Stunde lang engagiert und mit großer Sachkenntnis durch Kirche und Kreuzgang.

 Ein Besucher kam klammheimlich zu dieser Führung, den viele vermutlich nicht bemerkt haben: ein Prachtexemplar von Hirschkäfer, der erste, den der Berichterstatter „in freier Wildbahn“ gesehen hat. An der Burgfreunde-Gruppe war er nicht interessiert, hat aber durchaus bei einigen von dieser Interesse geweckt.

 Kurz vor 16 Uhr ging‘s auf die Rückfahrt, mit Einkehr im „Alten Stadttor“ zu Kastellaun. Gegen 20 Uhr war unsere „Jahresfahrt“ zu Ende. Ein langer, anstrengender, aber anregender und mit Informationen angefüllter Tag. Wer dabei war, hat (hoffentlich) die 25 Euro für die Teilnahme nicht bereut.

Mühlenwanderung 2017 erneut mit großer Teilnehmerzahl

Auch in diesem Jahr erfreute sich der von der Verbandsgemeinde Rüdesheim am Pfingstmontag, 5. Juni, unter dem Motto „Kollergang – Mühlengang – Spaziergang“ organisierte Erlebniswandertag in die Welt der Mühlen im Ellerbachtal großen Zuspruchs: bei idealem Wanderwetter nahmen 143 Menschen an den drei Touren teil, so dass am Vormittag wie am Nachmittag insgesamt sieben Wandergruppen unterwegs waren. Der Freundeskreis der Burg Sponheim unterstützte den Wandertag erneut mit den Wanderführern Otto Stroh, Gerhard Wagner, Nico Gäns und Ute Rennette, neu kam Hans Walla dazu. In der „Kaffeemühle“ (ehemals Braunsmühle), in der Weinsheimer Mühle Ackva und im Erbacher Hof (Burgsponheim) konnten Ruhe- und Stärkungspausen eingelegt werden. Dank an Stephanie Hahn von der Verbandsgemeinde für die professionelle Organisation!

Kolpingfamilie Marienheide besucht die Burg Sponheim

Bei strahlendem Sommerwetter war am Samstag, 27. Mai 2017, eine Gruppe der Kolpingfamilie Marienheide in unserer Gegend, geleitet von Ulrich Dörschel. Nach Besuch der Klosterkirche Sponheim kamen die 30 Teilnehmer um 12:30 zur Ruine der Burg Sponheim, wo sie Hans Walla vom Vorstand des Freundeskreises der Burg Sponheim am Bergfried begrüßte und eine Stunde lang über das Gelände und auf den Bergfried führte und über die Geschichte des Kulturdenkmals, des Grafengeschlechts und des Dörfchens erzählte. Eintrag ins Gästebuch und ein Gruppenfoto schlossen den Besuch ab, bevor es weiter zum Mittagessen ging (Kultur und  Geschichte machen durstig und hungrig). Es war eine große, wissbegierige Besuchergruppe, die von der Ruine wie von der wunderbaren Aussicht begeistert war, die sich oben vom Bergfried bietet. Herr Dörschel bedankte sich mit einer großzügigen Spende für die Arbeit des Vereins. So interessierte und gut aufgelegte Gäste begrüßen wir gerne!

Heimatkundliche Veranstaltung

Am 29. April 2017 führte der Freundeskreis der Burg Sponheim seine diesjährige heimatkundliche Veranstaltung durch – einen Ausflug nach Meisenheim am Glan. Um 14:15 brach die diesmal kleine Gruppe von 10 interessierten Mitgliedern in Privatautos auf (Fahrgemeinschaften). Schon die Fahrt über Landstraßen durch die abwechslungsreiche Frühlingslandschaft machte Freude und neugierig aufs Ziel. Vor der Schlosskirche in Meisenheim erwartete uns um 15:00 Uhr Frau Lautenschläger als Stadtführerin. Ihrer sachkundigen und lebendigen Führung merkte man an, dass sie diese Aufgabe mit Herz und Begeisterung wahrnimmt.
Meisenheim ist eine fränkische Gründung aus dem 7. Jahrhundert. In der 1504 eingeweihten spätgotischen Kirche (mit einer 250 Jahre alten Stumm-Orgel und barocker Inneneinrichtung) sind unter anderem 44 Grabmäler des Hauses Pfalz-Zweibrücken und ein bemerkenswertes gotisches Rippengewölbe zu sehen. Die Grafen von Veldenz machten Meisenheim zu ihrem Hauptsitz, Graf Georg I. holte 1321 die Johanniter nach Meisenheim, sie übernahmen die Seelsorge in der Schlosskirche – das Johanniter-Kreuz ist nicht nur am Turm präsent. Weil die Johanniter evangelisch wurden, kam die Reformation recht früh nach Meisenheim, der erste evangelische Gottesdienst in der Schlosskirche fand 1526 statt.
Trotz wechselhafter Geschichte und unterschiedlicher Herrschaftsverhältnisse wurde Meisenheim nie zerstört und zeigt deshalb im Stadtbild die Entwicklung seit dem 14. Jahrhundert. Bei der Führung ging es auch über ein Stück der alten, stellenweise gut erhaltenen Stadtmauer und zum Untertor (noch erhaltenes Stadttor). Auch über das Rathaus von 1517 und viele der alten Bauten wusste Frau Lautenschläger anregend zu erzählen und konnte alle Fragen beantworten.
Sie hätte noch mehr berichten können, aber nach zwei Stunden sachkundiger Führung waren die Köpfe voll und die Kehlen durstig. Bevor es zurück nach Burgsponheim ging, fand der Ausflug in einem idyllischen Biergarten an der Stadtmauer seinen geselligen Ausklang. Eine schöne heimatkundliche Veranstaltung war das – und noch dazu bei blauem Himmel und Sonnenschein. Wer noch nicht in Meisenheim war: es lohnt sich, hinzufahren.